The design of the new Panigale V4

The essence of the design of the new Panigale V4 as told for the first time by Andrea Ferraresi, Design Director of Ducati.
Die Ankunft des V4 bei Ducati bedeutet eine epochale Wende. Wie haben Sie diese Herausforderung im Centro Stile gemeistert? Ferraresi: Es war eine doppelte Herausforderung. Vor allem musste es uns gelingen, ein Motorrad zu kreieren, das in stilistischer Hinsicht dem Namen „Panigale“ würdig sei. Außerdem wussten wir, dass der Umstieg von 2 auf 4 Zylinder unvermeidlich zu größeren Abmessungen des Motors führen würde. Die Ducatis, insbesondere die Sport-Modelle, haben den Vorteil, dass sie von ihrer Front aus gesehen ziemlich schmal sind, da sie die Kompaktheit des querliegenden Zweizylinder-90°-V-Motors nutzen. So haben wir uns also gesagt: Sehen wir mal, wie gut wir darin sind, ein kompaktes, schönes Motorrad wie eine Panigale zu designen, auch, wenn der Motor gezwungenermaßen größer ausfallen wird. Das Resultat? Unsere 4-Zylinder ist weiterhin das kompakteste Motorrad des Segments! Wie war die Stimmung zu Beginn des Projekts? Ferraresi: Konzentriert und gespannt. Wir haben fünf Designer beauftragt, am Projekt zu arbeiten, die dabei in gewisser Weise im gegenseitigen Wettbewerb standen. Die anfängliche Gruppe, die von den ersten Skizzen ausgegangen ist, schrumpfte dann auf zwei Designer und schließlich gab es einen Sieger… und so sind wir schließlich beim effektiven Motorrad angelangt! Der Entwurf der neuen Panigale ist eine große Verantwortung, aber man erlangt damit auch ein hohes Prestige. Julien hat die große Herausforderung, die ihn erwartete, mit großer Begeisterung angenommen. Hatten Sie zuvor jemals fünf Designer mit einem einzigen Projekt beauftragt? Ferraresi: Nein, das war das erste Mal. Bei der vorausgehenden Panigale sind wir nur auf vier gekommen. Es war ein langer, anspruchsvoller Prozess, dies auch aus dem Grund, da jeder nicht nur ein Design vorgeschlagen hatte, sondern auch verschiedene Lösungen für das mechanische Package. Lösungen die eingehend, gemeinsam mit der technischen Abteilung geprüft werden mussten. Haben Sie sich bei diesem Umstieg auf 4 Zylinder verpflichtet gefühlt, die Fans zu versichern, dass das äußere Erscheinungsbild der Ducatis weiterhin beibehalten werden wird? Ferraresi: Sicher! Wir wollten die Ducatisti versichern, indem wir ihnen zeigen, dass das gerade entstehende Motorrad trotz allem ein Panigale bleiben wird: wendig, schön, rot, elegant, essentiell, für die Rennstrecke geboren, genauso wie all die vorangehenden berühmten Superbikes, von der 916 bis hin zur 1098 etc. Der Wunsch, die Kontinuität unseres Designs beizubehalten, war daher vorrangig: eine Strategie, die wir quer durch bei allen Motorrädern anwenden. Die 1409 hat ein muskulöseres Kleid, auch, wenn der Reiz der vorausgehenden Modelle beibehalten wurde. Wie sind Sie mit den neuen Massen (besser gesagt „neuen Volumen“) umgegangen? Ferraresi: Indem wir das „Handbuch des perfekten Ducati- Designers“ befolgt haben. Zuallererst haben wir dem Charakter, den das Motorrad erhalten sollte, Form gegeben. Wir haben daher Proportionen geschaffen, die sofort zum Ausdruck bringen sollten, dass man es mit einem Rennsporttier zu tun hat: einem aufregenden Motorrad, in dem die Idee der Kraft konkrete Gestalt annimmt. Ein Motorrad, das auf den ersten Blick den Gedanken erwecken sollte: „Jetzt steige ich einfach auf und gehe auf die Rennstrecke”. Jeder weiß beim Anblick dieses Motorrads auch ohne seine technischen Eigenschaften zu kennen, dass es auf der Rennstrecke phänomenal sein wird. Und auf der Straße Spaß bringt und extrem wendig ist. Danach haben wir an diese Proportionen die geschwungenen Formen der Panigale gekoppelt und uns schließlich um die Finishs und Details gekümmert, die grundlegend sind, um Erlesenheit und Eleganz zu vermitteln. Kein Superbike hatte jemals so viele Aspekte, die direkt aus dem MotoGp-Geschehen stammen. Wie wurden alle diese Neuheiten in das Projekt integriert? Ferraresi: Die Aerodynamik war die technologische Umsetzung, die unsere Arbeit am stärksten beeinflusst hat. Die Integration begann bereits bei den ersten Entwürfen, um gemeinsam mit den Kollegen, die bei Ducati Corse in der für die Aerodynamik zuständigen Abteilung tätig sind, herauszufinden, welcher darunter am effizientesten sei. Diese Integration wurde natürlich während der gesamten Perfektionierung des Tonmodells fortgesetzt und schließlich mit den Ergebnissen der Tests im Windkanal und auf der Rennstrecke abgeschlossen, die zu bedeutenden Änderungen am Stil der Verkleidung geführt haben. Warum ist es so schwierig, die Aerodynamik mit dem Design in Einklang zu bringen? Ferraresi: Normalerweise haben die aus aerodynamischer Sicht effizienten Motorräder ziemlich große Verkleidungen, die den Fahrer „abdecken”. Uns gefallen jedoch kleine, kompakte Motorräder. Dieser Aspekt wurde eingehend mit der Rennabteilung geprüft. Das Ergebnis, das wir mit der neuen Panigale V4 erzielt haben, war auch im Windkanal sehr zufriedenstellend. Die neue Panigale v4 unterscheidet sich von der Konkurrenz auch aus struktureller Sicht deutlich. Wie wichtig war der neue „Front Frame” für das Gesamtdesign? Ferraresi: Da es sich um eine exklusive Version einer Ducati handelt, haben wir beschlossen, ihn zur Geltung zu bringen und ihn auch am „eingekleideten” Motorrad sichtbar zu lassen. Eine Wahl, die uns geholfen hat, die Verkleidung insgesamt kompakter zu gestalten. Es ist uns gelungen, von der Front aus gesehen, ein Motorrad zu kreieren, das die gleichen Umrisse einer Panigale mit Zweizylindermotor hat, obwohl ein einen 4 Zylinder-Motor verbaut ist! Leichtigkeit und Kompaktheit, das sind Konzepte, die uns stets fast manisch begleiten, selbst in den kleinsten Details. Das gilt auch für unser Bestreben, die Mechanik, die sich unter der Verkleidung befindet, mit Stolz zur Schau zu stellen. Wenn es möglich wäre, unsere Superbikes ohne oder mit transparenten Verkleidungen zu gestalten, dann würden wir das sicher tun. Können Sie uns etwas über die Lackierung der Panigale V4 Speciale erzählen, des Motorrads, das Sie in nummerierter und limitierter Auflage produzieren werden? Ferraresi: Diese Speziallackierung inspiriert sich an der Lackierung der 1199 Panigale Tricolore. Eine Art Hommage. Wir haben die gleichen farblichen Aufteilungen, die gleichen entschiedenen Linienführungen, den seitlichen Nummernhalter mit schwarzem Rand und grünen, schmal geschnittenen Streifen übernommen: Sie schienen uns auch für die Panigale V4 perfekt. Nebenbei bemerkt, die Speziallackierungen aller neuen Ducati Superbikes werden immer vom selben Designer entworfen, da wir glauben, dass das Glück bringt…