Interview mit Andrea Levati, Projektleiter V4 Granturismo

Bereit zum Einsatz

Stundenlange Konstruktions-, Berechnungs- und Bearbeitungszeit: Für den neuen V4 Granturismo wurde eine akribische Ingenieursarbeit geleistet, um die Eigenschaften von Laufruhe und progressiver Drehmomentabgabe zu erreichen, die diesen neuen Motor extrem vielseitig und unter den verschiedensten Bedingungen leistungsfähig machen.

Dabei geht es nicht nur um die thermische Effizienz, sondern auch um die Motorarchitektur und die Motorengröße.


Wir sprachen darüber mit Andrea Levati, V4 Granturismo-Projektleiter

Beim neuen V4 Granturismo-Projekt wurde das Motorenentwicklungsteam von den ersten Entwürfen bis zur Definition des endgültigen Layouts auf allen Ebenen einbezogen.


"Wir begannen mit der Definition des Hubraums. Durch die Arbeit an einer größeren Bohrung konnten wir vermeiden, einen "langen" und "hohen" Motor zu haben, was zu einer übermäßigen Sitzhöhe, einem unkontrollierbaren Schwerpunkt und geringer Bodenfreiheit geführt hätte, wodurch das Fahren im Gelände stark beeinträchtigt worden wäre.

Die maximale Kompaktheit eines kurzen Motors war auch der Schlüssel zu einem besseren Handling. Aus dem kompakten Motor, der sich leicht im Fahrzeuglayout unterbringen lässt, ergab sich eine präzise Schwerpunktpositionierung und ein effektiveres Fahrwerk, dessen Endergebnis ein agiles und leicht zu fahrendes Motorrad ist.“

Es ist eine Frage des Bestimmungsortes: Auch vom technischen Standpunkt aus betrachtet, teilt sich der V4 Granturismo mit dem Desmosedici Stradale das Gesamtlayout und das technische Know-how der Komponenten. 


Jede einzelne Komponente wurde überarbeitet, um einen extrem kompakten und leichten V4-Motor zu erhalten, der noch leichter als ein V2-Motor ist.
Eine flache Ölwanne reduziert das Volumen im unteren Teil des Motors und erhöht die Bodenfreiheit, während der Generator den elektronischen Teil zur Verbindung mit allen Geräten besser unterstützt.


Die gesamte thermische Einheit wurde ebenfalls modifiziert. Pleuel, Kolben, Kurbelwelle und Drosselklappengehäuse reagieren auf die Notwendigkeit mehr Drehmoment bei niedrigen/mittleren Drehzahlen zu erzeugen, ohne den sportlichen Charakter der Ducati zu beeinträchtigen, der erreicht werden kann, wenn der Fahrer Gas gibt. 


"Es ist uns gelungen, ein extrem kompaktes Volumen zu erreichen, sogar mehr als der vorherige Zweizylinder-Testastretta DVT-Motor der Multistrada 1260. Er ist um 1,2 kg leichter, 85 mm kürzer und 95 mm niedriger, trotz einer Breitenzunahme von nur 20 mm. Wir haben unsere höchsten Erwartungen so weit übertroffen, dass wir nach dem Zusammenbau im CAD nicht glauben konnten, wie viel Platz noch zur Verfügung stand!"

Das Konzept der Vielseitigkeit - d.h. die Verpflichtung, dem Motor ein möglichst breites Einsatzspektrum zu geben - hat das gesamte Projekt geprägt.

Zusammen mit der innovativen Arbeit an Konstruktion und Komponenten, wurden andere bereits bestehende und von Ducati entwickelte technische Lösungen auf den neuen V4 Granturismo übertragen, um die Ziele der Fließfähigkeit, der Laufruhe, der Progressivität und der Persönlichkeit zu erreichen, die diese Ingenieurleistung erfordert.

"Die Feinarbeiten wurden unter Berücksichtigung des Komforts für Fahrer und Passagiere durchgeführt. Nach der Entwurfsphase des Layouts haben wir versucht, verschiedene bereits von Ducati entwickelte technische Lösungen zu übernehmen, um den thermischen Komfort zu maximieren und die Vibrationen zu reduzieren.

Der Einsatz der gegenläufigen Kurbelwelle - Entnommen aus der MotoGP - ermöglicht es, den gyroskopischen Effekt der Räder auf das Fahrzeug zu reduzieren, um Neutralität und Leichtigkeit beim Fahren, aber auch beim Handling während der Richtungswechsel zu gewährleisten.

Dazu haben wir die Deaktivierung der hinteren Zylinder im Leerlauf ergänzt. Im Leerlauf wird die hintere Zylinderbank, die dem Fahrer und dem Beifahrer näher ist, abgeschaltet, um die Temperatur und die Vibrationen zu senken während das Fahrzeug nicht fährt.“

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